Zahnlosigkeit

Die “Dritten Zähne” haben keinen guten Ruf. Oft wackelt die Prothese oder sitzt schlecht und es kommt in der Folge zu Druckstellen. Meist liegt dies an einem unterliegenden Knochenabbau. Die Prothese muss dann durch Unterfütterung angepasst werden. Die Kaukraft beim Essen ist deutlich verringert – meist verbleibt lediglich eine Kaukraftübertragung von 20 Prozent. In aller Regel haftet die Prothese im Unterkiefer durch die fehlende Saugwirkung schlechter als im Oberkiefer. Dadurch entsteht ein Geschmacksverlust und ein Fremdkörpergefühl, welches insbesondere für Patienten mit Würgereflex ein Problem darstellt. Ein ständiges Gefühl der Unsicherheit bleibt beim Sprechen, Lachen oder Essen.

Durch eine implantatgetragene Brücke können wir die aufgeführten Nachteile der schleimhautgetragenen Brücke gut kompensieren.

Üblicherweise setzt man im Unterkiefer vier Implantate, auf die dann ein Steg montiert wird. Die darauf herausnehmbar gestaltete “Stegprothese” zeichnet sich durch eine besonders hohe Stabilität aus und garantiert einen sehr guten Halt. Natürlich kann auch eine komplett festsitzende Versorgung über drei implantatgetragene Brücken angestrebt werden. Die Vor- und Nachteile sind mit dem Patienten zu besprechen.

Im Oberkiefer sind weder Zunge noch Mundboden im Weg, so dass wir etwas mehr Möglichkeiten haben. Man kann eine komplett feste Versorgung anbringen, muss dann aber mit den schlechteren Möglichkeiten der Reinigung leben. Selbst in einem zahnlosen Kiefer können die Parodontitsbakterien noch existieren und im Falle von neu inserierten Implantaten eine Peri-implantitis hervorrufen.

Eine sehr elegante Lösung für den zahnlosen Oberkiefer ist daher eine „herausnehmbare Brücke“ auf mindestens sechs Implantaten. Die Brücke wird wiederum auf einer Steg- oder Teleskopkonstruktion angebracht. Die Versorgung ist damit bedingt „festsitzend“. Trotzdem ist sie beispielsweise über einen Riegel arretierbar, so dass der Patient die Arbeit komplett fest verankern kann. Gleichzeitig kann er nach Lösen der Riegel die Arbeit herausnehmen und hat dadurch eine sehr einfache Reinigungsmöglichkeit an der Hand. Dies ist gerade für ältere Patienten mit abnehmender motorischer Leistung die zu bevorzugende Variante. Zudem ist diese Versorgung im Unterschied zur (rein schleimhautgetragenen) Totalprothese gaumenfrei, sprich: wir erhalten die Geschmacksempfindung und haben kein Fremdkörpergefühl. Die Patienten sind sehr zufrieden mit dieser Art der Versorgung, da sie eine nahezu perfekte Kombination aus höchstem Ästhetikanspruch und paradontaler Hygienefähigkeit erhalten.